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Deutsche Bischofskonferenz – Wikipedia

Aktuelles Signet der Deutschen Bischofskonferenz
Eine erste Konferenz der deutschen Bischöfe fand 1848 in Würzburg statt. Lithographie nach Zeichnungen von Georg Opel

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ist der Zusammenschluss der römisch-katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland. Neben den Diözesanbischöfen gehören der Bischofskonferenz die Koadjutoren, die Diözesanadministratoren und die Weihbischöfe an. Im Mai 2019 waren dies 67 Mitglieder aus den 27 deutschen Diözesen.[1] Die Organisation ist mit ihrem Sekretariat in Bonn ansässig. Zur Vertretung der Kirche nach außen gegenüber Staat und Gesellschaft existiert als weitere Dienststelle der Bischofskonferenz das Kommissariat der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin. Am 3. März 2020 wählten die deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Mainz den Bischof von Limburg, Georg Bätzing, als Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx für sechs Jahre zu ihrem Vorsitzenden.

Die erste deutsche Bischofskonferenz fand vom 23. Oktober bis 16. November 1848 in Würzburg statt.[2] 1867 versammelten sich die deutschen Bischöfe erstmals „am Grabe des heiligen Bonifatius“ in Fulda; danach wurde daraus eine feste Institution. Die heutige Deutsche Bischofskonferenz geht auf diese Vorgängerorganisation zurück.

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn (2018)

Zusammensetzung und Aufgaben

Die Deutsche Bischofskonferenz ist laut Statut der „Zusammenschluss der Bischöfe der (katholischen) Teilkirchen (Diözesen) in Deutschland zum Studium und zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zu gegenseitiger Beratung, zur notwendigen Koordinierung der kirchlichen Arbeit und zum gemeinsamen Erlass von Entscheidungen sowie zur Pflege der Verbindung zu anderen Bischofskonferenzen.“[3]

Die Deutsche Bischofskonferenz gründet sich auf das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils (1965) Christus Dominus (Art. 38[4]) und wurde im neuen kirchlichen Gesetzbuch von 1983 (cc. 447–459 CIC[5]) normiert.[6] Sie ist Mitglied im Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE).

Der Verband der Diözesen Deutschlands ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz.[7]

Die Organe der Deutschen Bischofskonferenz

Art. 3 des Konzilsdekrets Christus Dominus „legte die Organe der Bischofskonferenz fest: die Vollversammlung, der Ständige Rat, der Vorsitzende und die Bischöflichen Kommissionen ‚zur Bearbeitung von Fragen eines bestimmten Teilgebietes’. Das oberste Organ ist die Vollversammlung.[6]

Die Vollversammlung

Oberstes Organ der Deutschen Bischofskonferenz ist die Vollversammlung der Mitglieder. Ihr gehören die Diözesanbischöfe, die Koadjutoren, die Diözesanadministratoren, die Weihbischöfe und die anderen Titularbischöfe mit besonderer Aufgabe an. Die Vorsteher anderer katholischer Rituskirchen eigenen Rechts sind beratende Mitglieder. Der Apostolische Nuntius kann bei Bedarf beratend oder beobachtend teilnehmen; er ist nicht stimmberechtigt. Zu den Aufgaben der Vollversammlung gehören unter anderem die Wahl des Vorsitzenden und der anderen Funktionsträger sowie der Erlass von Lehraussagen und allgemeinen Dekreten. „Das Konzilsdekret ‚Christus Dominus‘ vom 28. Oktober 1965 […] definierte in Art. 38, […] dass die Beschlüsse mit 2/3 der Stimmen der Stimmberechtigten gefasst werden und wie sie Rechtskraft erlangen (Nr. 4).“[3]

Alle Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr zu einer viertägigen Vollversammlung. Die Frühjahrvollversammlung findet an wechselnden Orten, die Herbstvollversammlung stets im Priesterseminar Fulda statt.[8]

Der Vollversammlung gehören 69 Mitglieder an.

Der Ständige Rat

„Im ‚Ständigen Rat‘ ist jedes der 27 (Erz-)Bistümer durch den Ortsordinarius (oder im Verhinderungsfall durch seinen Vertreter) mit Sitz und Stimme vertreten.“[9]

Auf Empfehlung einer neunköpfigen Jury entscheidet der Ständige Rat über die Preisträger des seit 1979 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz verliehenen Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises.

Der Vorsitzende

Der im März 2020 neu gewählte Vorsitzende der DBK, Georg Bätzing, Bischof von Limburg

Der Vorsitzende, der ein Diözesanbischof sein muss, wird in geheimer Wahl mit zwei Drittel der Stimmen auf sechs Jahre gewählt; eine Wiederwahl ist möglich. Er leitet die Vollversammlung und den Ständigen Rat und setzt die Tagesordnung unter Berücksichtigung der eingegangenen Wünsche fest; die Gremien befinden zu Beginn ihrer Sitzung nochmals über die Tagesordnung.[6] „Er vertritt die Bischofskonferenz nach außen“[3]; dabei ist er an ihre Beschlüsse gebunden.

„In der Mediengesellschaft wird der Vorsitzende nicht nur wegen der ergangenen Beschlüsse angefragt, sondern muss zu vielen Ereignissen und Problemen des kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Lebens Stellung beziehen, für das es sehr oft keine unmittelbaren Vorgaben durch Beschlüsse der Bischofskonferenz gibt. Dies verstärkt die Verantwortung und die Stellung des Vorsitzenden vor allem in die Gesellschaft hinein, hat aber auch Rückwirkungen für seine Position in der Kirche und in der Bischofskonferenz. In diesem Sinne ist das Amt des Vorsitzenden allem Anschein entgegen relativ offen strukturiert und eher bescheiden ausgestattet, kann recht verschieden ausgefüllt werden – und kann vielleicht gerade so eine stärkere Wirkung entfalten, als dies im Statut vorgezeichnet ist.“[6]

„Zum Aufgabenbereich des Vorsitzenden gehört nicht nur die Leitung der Gremien und die Vertretung nach außen, sondern die Verbindung der Bistümer untereinander, zuerst im eigenen Land, schließlich aber auch im Sinne der Beziehungen zum Zentrum der Weltkirche in Rom, zu den Nachbarkirchen und in die ganze Weltkirche hinein.“[6]

Am 12. März 2014 wählten die versammelten Bischöfe Reinhard Kardinal Marx zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.[10] Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde am 26. September 2017 in Nachfolge des emeritierten Bischofs Norbert Trelle der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode gewählt. Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz bleibt für weitere sechs Jahre Hans Langendörfer SJ.

Leiter des Kommissariates der Deutschen Bischöfe, dem Verbindungsbüro zur Bundesregierung, ist Prälat Karl Jüsten.

Am 3. März 2020 wählte die Bischofskonferenz den Limburger Bischof Georg Bätzing zum neuen Vorsitzenden.[11] Kardinal Reinhard Marx hatte im Februar 2020 erklärt, er werde nicht erneut für dieses Amt kandidieren.[12][13]

Die Bischöflichen Kommissionen

Zusätzlich eingerichtete Bischöfliche Kommissionen bearbeiten Fragen bestimmter Teilgebiete des kirchlichen Lebens (Glaubenskommission, Ökumenekommission, Pastoralkommission, Liturgiekommission, Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen u. a).[14]

Glaubenskommission (I)

Die Aufgabe der Glaubenskommission umfasst grundlegende Fragen des Glaubens, etwa solche des Gottesbildes und der Sakramente, und ethische Fragen der Biologie und der Medizin, z. B. zu den Themen Sterbehilfe und Embryonenschutz.

Mitglieder:

Unterkommission Bioethik

Unterkommission der Glaubenskommission

Mitglieder:

Ökumenekommission (II)

Die Ökumenekommission befasst sich mit ökumenischen Grundfragen. Darunter fallen u. a. Rechtfertigungslehre, Amtsverständnis, Kirchenbild und die Beziehungen zu nichtkatholischen Kirchen und Gemeinschaften. Grundfragen der Ökumene in theologischer Hinsicht und die Beziehungen zu den nicht-katholischen Kirchen in Deutschland sind Gegenstand der Kommissionsaufgabe. Ihr zugeordnet sind eine Unterkommission für den Interreligiösen Dialog und eine Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum.

Unterstützt wird die Kommission vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik In Paderborn.

Mitglieder:

Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum

Unterkommission der Ökumenekommission

Mitglieder:

Pastoralkommission (III)

Die Pastoralkommission beobachtet die Gemeindepastoral, Strukturveränderungen der Pastoral und der Seelsorgebereiche, und analysiert verkündigungsbezogene Entwicklungen im Internet und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Unterstützt wird die Pastoralkommission von der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral in Erfurt.

Mitglieder:

Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft

Unterkommission der Pastoralkommission

Mitglieder:

Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste (IV)

Die Kommission beschäftigt sich mit Fragen der Berufungspastoral und Umschreibung kirchlicher Dienste.

Mitglieder:

Liturgiekommission (V)

Die Liturgiekommission berät über alle Fragen der Liturgie der Kirche. Sie wird unterstützt vom Deutschen Liturgischen Institut in Trier.

Mitglieder:

Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (VI)

Diese Kommission erarbeitete u. a. Papiere zum Verhältnis der katholischen Kirche zur Arbeitswelt.

Mitglieder:

Kommission für Erziehung und Schule (VII)

Mitglieder:

Kommission für Wissenschaft und Kultur (VIII)

Mitglieder:

Publizistische Kommission (IX)

Die Publizistische Kommission befasst sich mit allen Fragen kirchlicher Medienarbeit. Auf Initiative der Kommission wurde an der KH Mainz die Clearingstelle Medienkompetenz der DBK eingerichtet.[15]

Mitglieder:

Kommission Weltkirche (X)

Kommission für Ehe und Familie (XI)

Mitglieder:

Jugendkommission (XII)

Die Jugendkommission wird unterstützt von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Düsseldorf.

Mitglieder:

Kommission für caritative Fragen (XIII)

Die Kommission wird unterstützt vom Generalsekretariat des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg.

Mitglieder:

Migrationskommission (XIV)

Mitglieder:

Geschichte

Paulus Kardinal Melchers

Ein erstes Treffen deutscher katholischer Bischöfe war die Würzburger Bischofskonferenz von 1848 unter der Leitung des Kölner Erzbischofs Johannes Kardinal von Geissel.

Fuldaer Bischofskonferenz

1867 entstand die nach ihrem Tagungsort benannte Fuldaer Bischofskonferenz als dauerhafte Einrichtung und als freier Zusammenschluss ohne einen Anspruch auf konkrete Befugnisse. Erster Vorsitzender war der Kölner Erzbischof Paulus Kardinal Melchers. Ab 1873 nahm der bayerische Episkopat nicht mehr an den Sitzungen teil, sondern schloss sich zur Freisinger Bischofskonferenz unter der Leitung des Erzbischofs von München-Freising zusammen. Erst unter dem Druck der politischen Verhältnisse nahmen sie ab 1933 wieder an der Fuldaer Bischofskonferenz teil.

Zeit des Nationalsozialismus

Die deutschen Bischöfe hatten sich während der 1930er-Jahre und im Zweiten Weltkrieg lange darauf beschränkt, lediglich durch Eingaben an die Reichsregierung gegen Missstände zu protestieren, da es unter den Bischöfen einen länger dauernden Konflikt und eine Führungskrise sowie unterschiedliche Auffassungen über das Vorgehen gab.[16] Insgesamt galten die Klagen der katholischen Kirche stets der Verletzung katholischer Interessen, nicht dem System des Nationalsozialismus als solchem. Proteste der deutschen Bischöfe gegen Justizmorde an den Gegnern des Regimes, gegen die Verfolgung von Liberalen, Demokraten und Kommunisten fanden nicht statt. Ein Protest der Bischöfe gegen Hitlers Überfall auf Österreich, die Tschechoslowakei, Polen, Dänemark, Norwegen, Belgien, Holland, Frankreich oder die Sowjetunion blieb ebenso aus wie ein gemeinsames öffentliches Aufbegehren gegen Judenpogrome, die Zerstörung von Synagogen, die Verschleppung und Vergasung der Juden.[17]

Erst im August 1943 entschloss man sich, sich in einem gemeinsamen Hirtenwort mit dem Titel „Zehn Gebote als Lebensgesetz der Völker“ öffentlich zu äußern, und erklärte am 12. September 1943: „Tötung ist in sich schlecht, auch wenn sie angeblich im Interesse des Gemeinwohls verübt wurde: An schuld- und wehrlosen Geistesschwachen und -kranken, an unheilbar Siechen und tödlich Verletzten, an erblich Belasteten und lebensuntüchtigen Neugeborenen, an unschuldigen Geiseln und entwaffneten Kriegs- oder Strafgefangenen, an Menschen fremder Rassen und Abstammung.“[18]

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende legten auf Initiative von elf nordwestdeutschen Bischöfen die deutschen Bischöfe am 23. August 1945 in Fulda ein Schuldbekenntnis ab und erklärten: „Viele Deutsche, auch aus unseren Reihen, haben sich von den falschen Lehren des Nationalsozialismus betören lassen.“ Sie seien den Verbrechen gegenüber gleichgültig geblieben und hätte ihnen sogar Vorschub geleistet. „Viele sind selber Verbrecher geworden.“

In den folgenden Jahrzehnten äußerten sich die Bischöfe – so der Historiker Ulrich Helbach – nicht mehr selbstkritisch zu ihrer Rolle bzw. in der NS-Zeit.[19] Erst in ihrem „Wort zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren“ mit dem Titel „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ nahmen die katholischen deutschen Bischöfe am 29. April 2020 in einer gemeinsamen Erklärung wieder Stellung zum Verhalten ihrer Vorgänger im Zweiten Weltkrieg, die als Schuldbekenntnis verstanden werden soll.[20] Sie missbilligten, dass sowohl beim Kriegsausbruch 1939 als auch danach offener Protest der deutschen Bischöfe gegen den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg ausgeblieben sei, und bezeichneten das Verhalten ihrer Vorgänger als „schwer verständlich, wenn nicht sogar falsch“. Weiter schrieben die Bischöfe 2020: „Auch gegen die ungeheuerlichen Verbrechen an den als ‚rassenfremd‘ diskriminierten und verfolgten Anderen, insbesondere den Juden, erhob sich in der Kirche in Deutschland kaum eine Stimme.“ Erst nach einem Anstoß durch Patientenmorde und „Klostersturm“ hätten einzelne Bischöfe offenen Widerspruch gewagt.[21]

Seit dem Mauerbau 1961 konnten die ostdeutschen Bischöfe nicht mehr an den Vollversammlungen teilnehmen und gründeten als eigene Versammlungen die „Berliner Ordinarienkonferenz“, die sich 1976 in „Berliner Bischofskonferenz“ umbenannte und ausdrücklich betonte, nur den pastoralen Notwendigkeiten zu entspringen und keine Anerkennung der deutschen Teilung bedeute.

Am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils richteten die polnischen Bischöfe am 18. November 1965 eine Botschaft an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, die angesichts zahlloser Toter und Vertriebener auf beiden Seiten in dem Satz gipfelte: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“ Die Erklärung stieß bei der kommunistischen Regierung der Volksrepublik Polen auf entschiedenen Widerspruch. Die deutschen Bischöfe antworteten am 5. Dezember 1965 sehr distanziert und für die polnischen Bischöfe enttäuschend, da man eine Aussage zur Oder-Neiße-Grenze erhofft hatte; in Deutschland befürchtete man, dass vor allem eine Aussage zur Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze den Gläubigen, vor allem den Heimatvertriebenen, nur schwer zu vermitteln sei.[22][23]

Deutsche Bischofskonferenz

Während des Zweiten Vatikanischen Konzils erhielt die Bischofskonferenz auch ihre kirchenrechtliche Grundlegung als Deutsche Bischofskonferenz: Im Dekret Christus Dominus (Nr. 37f) wurde sie kirchenrechtlich anerkannt und benannte sich nach den Richtlinien für die Errichtung nationaler Bischofskonferenzen 1966 in „Deutsche Bischofskonferenz“ um. In der Folge nahmen neben den Diözesanbischöfen nun auch die Weihbischöfe an den Treffen teil, die jährlich im Herbst in Fulda und im Frühjahr an wechselnden Orten stattfinden sollten.

Die Geschichte der Bischofskonferenz seit dem Zweiten Weltkrieg prägten entscheidend ihre langjährigen Vorsitzenden Joseph Kardinal Frings (1945–1965), Julius Kardinal Döpfner (1965–1976), Joseph Kardinal Höffner (1976–1987) sowie Karl Kardinal Lehmann (1987–2008).

Zusammenschluss mit der Berliner Bischofskonferenz

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung schloss sich die Berliner Bischofskonferenz 1990 der Deutschen Bischofskonferenz an. Von 1987 bis 2008 führte der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender die Deutsche Bischofskonferenz. Er erklärte am 15. Januar 2008 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt.[24] Am 12. Februar 2008 wählten die Bischöfe in der Frühjahrsvollversammlung den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.[25]

Missbrauchsskandale

Vor dem Hintergrund der Fälle von sexuellem Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland schloss die Deutsche Bischofskonferenz im Juni 2011 eine Vereinbarung mit dem Kriminologischen Institut Niedersachsen über eine umfassende Kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche Deutschlands. Am 8. Januar 2013 wurde bekannt, dass die Deutsche Bischofskonferenz wegen eines Vertrauensverlustes den Vertrag mit dem Institut gekündigt hat.[26] Am 25. September 2018 veröffentlichte die Deutsche Bischofskonferenz die sogenannte MHG-Studie mit dem Titel Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz, die von einem Konsortium verschiedener Einrichtungen erarbeitet wurde.[27]

Gleichstellung

Seit Mai 2019 kam es in Deutschland im sogenannten Kirchenstreik – auch als Aktion Maria 2.0 bezeichnet – zu zahlreichen Initiativen von im Kirchendienst aktiven Frauen, die eine generelle „Gleichstellung von Männern und Frauen in der katholischen Kirche (fordern)“. Die drei Initiatorinnen des Lauchringer Kirchenstreiks übergaben dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz rund 5000 Unterschriften.[28]

Vorsitzende

Fuldaer Bischofskonferenz
Deutsche Bischofskonferenz

Literatur

  • Josef Homeyer: Die Deutsche Bischofskonferenz. In: Günter Gorschenek (Hrsg.): Katholiken und ihre Kirche in der Bundesrepublik Deutschland. Olzog, München u. a. 1976, ISBN 3-7892-7105-5, S. 74–88 (Geschichte und Staat 200/202).
  • Erwin Iserloh: Geschichte der Deutschen Bischofskonferenz. In: Wilhelm Mogge (Hrsg.): Ein „Kölner Ereignis“ im Jahre 1977. Predigten und Reden bei den Geburtstagsfeiern für die Kardinäle Joseph Höffner und Josef Frings am 26. Dezember 1976 und am 23. Januar 1977. Gesellschaft für Buchdruckerei, Neuss 1977, ISBN 3-88094-200-5, S. 31–50.
  • Rudolf Lill: Die ersten deutschen Bischofskonferenzen. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1964.
  • Hubert Müller, Hermann Pottmeyer (Hrsg.): Die Bischofskonferenz. Theologischer und juridischer Status. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1989, ISBN 3-491-77774-7.

Rundfunkberichte

Siehe auch

Weblinks

Commons: Deutsche Bischofskonferenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. DBK: Vollversammlung. In: Website der DBK. Abgerufen am 26. Mai 2019.
  2. Wolfgang Weiß: Die katholische Kirche im 19. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 430–449 und 1303, hier: S. 437.
  3. a b c Manfred Kuhl: Geschichte der Deutschen Bischofskonferenz. Deutsche Bischofskonferenz, abgerufen am 26. September 2019.
  4. Dekret CHRISTUS DOMINUS über die Hirtenaufgabe der Bischöfe. vatican.va. Abgerufen am 27. März 2014.
  5. Codex des Kanonischen Rechtes. vatican.va. Abgerufen am 27. März 2014.
  6. a b c d e Karl Kardinal Lehmann: Vom Dienst am Ganzen. (PDF; 161,56 kB) Rechenschaftsbericht. Deutsche Bischofskonferenz, 14. Februar 2008, abgerufen am 26. September 2019.
  7. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Deutsche Bischofskonferenz, abgerufen am 26. September 2019.
  8. Brigitte Busold: Von Hirten und Steuermännern – Bischofskonferenz in Fulda. In: Susanne Bohl und andere (Hrsg.): Fulda. 50 Schätze und Besonderheiten. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0425-0, S. 193–195, hier S. 194.
  9. Der Ständige Rat. Deutsche Bischofskonferenz, abgerufen am 26. September 2019.
  10. [www.landeskomitee.de]
  11. doimradio.de: Der Neue kommt aus Limburg. Bischof Bätzing aus Limburg neuer DBK-Vorsitzender, 3. März 2020.
  12. spiegel.de: „Ich verschwinde nicht, keine Sorge“
  13. dbk.de: Presseerklärung vom 11. Februar 2020
  14. Bischöfliche Kommissionen. Deutsche Bischofskonferenz, abgerufen am 26. September 2019.
  15. Das Team der Clearingstelle Medienkompetenz. Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der Katholischen Hochschule Mainz, abgerufen am 26. September 2019.
  16. Christoph Arens: Als Deutschlands Bischöfe die Nazimorde verurteilten. In: katholisch.de, 12. September 2018 online
  17. Deschner, Karlheinz: Abermals krähte der Hahn. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1980, ISBN 3-430-12064-0, S. 899.
  18. Christoph Arens: Als Deutschlands Bischöfe die Nazimorde verurteilten. In: katholisch.de, 12. September 2018 online
  19. Christoph Arens: Ein historisches Schuldbekenntnis. In: katholisch.de, 23. August 2015 online.
  20. Joachim Heinz: „Ein Schuldbekenntnis“. Bischöfe veröffentlichen Erklärung zum Zweiten Weltkrieg. domradio.de, 29. April 2020 online
  21. dbk.de: Deutsche Bischöfe im Weltkrieg, 29. April 2020, S. 14 und 16.
  22. Carsten Dippel: Briefwechsel polnischer und deutscher katholischer Bischöfe. In: deutschlandfunk.de, 18. November 2015. [1]
  23. OME-Lexikon: Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe, abgerufen am 1. Mai 2020 [2]
  24. Karl Kardinal Lehmann gibt Rücktritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zum 18. Februar bekannt. Deutsche Bischofskonferenz, 15. Januar 2008, abgerufen am 26. September 2019.
  25. Erzbischof Robert Zollitsch neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Deutsche Bischofskonferenz, 12. Februar 2008, abgerufen am 26. September 2019.
  26. Rückschlag für Aufklärung des Missbrauchsskandals in der Kirche. In: Die Welt. 9. Januar 2013, abgerufen am 26. September 2019.
  27. Harald Dreßing, Hans Joachim Salize, Dieter Dölling, Dieter Hermann, Andreas Kruse, Eric Schmitt, Britta Bannenberg, Andreas Hoell, Elke Voß, Alexandra Collong, Barbara Horten, Jörg Hinner: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz. (pdf; 4MB) 24. September 2018, abgerufen am 25. September 2018.
  28. Juliane Schlichter: Lauchringer Kirchenstreik: Kardinal Marx nimmt Unterschriften entgegen, in: Südkurier, 25. September 2019.