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Autohändler Max Hoffman - Er brachte deutsche Techniker zum Tanzen - Auto & Mobil - Süddeutsche.de

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24. März 2015, 10:46 Uhr

Autohändler Max Hoffman Er brachte deutsche Techniker zum Tanzen

Max Hoffman lebte von 1904 bis 1981.

(Foto: WGO)

Ohne ihn gäbe es keinen BMW 507, Mercedes 300 SL oder Porsche 356 Speedster: Der Amerikaner Max Hoffman überredete Firmen, Autos zu bauen, die sie nicht geplant hatten. Es waren die schönsten deutschen Sportwagen.

Von Christof Vieweg

Nein, so eine Klatsche von Uncle Sam hat man nicht erwartet. Erst die monatelange Schufterei und dann diese Enttäuschung. Die Ingenieure der BMW-Entwicklungsabteilung sind sauer - stinksauer. Tag und Nacht haben sie gearbeitet, um einen neuen Sportwagen auf die Räder zu stellen, dann kommt plötzlich dieser smarte Amerikaner daher und macht das ganze Projekt mit einem Satz zunichte: "Zu hässlich, das kann man nicht verkaufen."

Aus der Traum. Enttäuscht schieben die BMW-Leute ihren Prototypen in die Werkstatt zurück und legen das Thema Sportwagen ad acta. Vorläufig.

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Anschubhilfe aus Amerika

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Solche Szenen spielen sich in den 1950er-Jahren nicht nur bei BMW ab. Der Mann aus Amerika hat auch bei Mercedes, Porsche, Alfa Romeo und anderen Autofirmen Stimme, Macht und Einfluss. Seine Meinung gilt, wenn über neue Modelle entschieden wird, seine Wünsche werden häufig umgesetzt. So hat Max Hoffman viele Jahre lang die Automobilentwicklung beeinflusst und die Firmen "überredet", Autos zu bauen, die sie eigentlich gar nicht geplant hatten. Es waren die schönsten deutschen Sportwagen.

Die Deutschen hatten andere Probleme als Sportwagen

Auch aus dem "hässlichen" BMW, der Anfang 1954 wieder in der Werkstatt verschwinden muss, wird mit Hoffmans Hilfe noch eine Design-Ikone. In New York lernt er den 40-jährigen Designer Albrecht Graf Goertz kennen und beauftragt ihn kurzerhand selbst, einen BMW-Sportwagen zu entwerfen. Die Skizzen sind so überzeugend, dass der Vorstand in München sofort alle eigenen Pläne stoppt und den Zweisitzer aus der Feder des adligen Künstlers in Auftrag gibt.

So entsteht ein Meisterstück auf Rädern: Der BMW 507 fasziniert noch heute mit seiner gestreckten Motorhaube und den schwungvollen Seitenlinien. In der Nachkriegszeit war der Roadster ein Traumwagen, mit dem sich Prominente wie Filmschauspieler Alain Delon und Elvis Presley schmückten. Vor 60 Jahren, im Juni 1955, stand der Zweisitzer im New Yorker Nobelhotel Waldorf Astoria erstmals im Scheinwerferlicht. Hoffman hat es geschafft; es ist der Höhepunkt seiner Karriere als Auto-Vordenker.

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Lieber europäischer Luxus als Massenware aus Detroit

Maximilian Edwin Hoffman stammte ursprünglich aus Wien. Dort wurde er 1904 geboren und entdeckte schon als Jugendlicher seine Liebe fürs Auto. Er fuhr Rennen und wurde Händler von Rolls-Royce, Bentley, Alfa Romeo und Volvo. Ende der 1930er-Jahre floh er vor den Nazis nach Paris und landete schließlich im Juni 1941 in New York. Schon sechs Jahre später eröffnete er an der Park Avenue sein erstes Autohaus und spezialisierte sich auf den Import europäischer Luxusmodelle. Es war ein gutes Geschäft, denn Amerikas High Society fuhr schon damals lieber Jaguar, Aston Martin oder Alfa Romeo als einen der Straßenkreuzer aus der Massenproduktion Detroits.

Nur mit deutschen Marken hat Hoffman so seine Probleme, denn die Autos, die er sich wünscht, scheinen den Firmenlenkern im Land des Volkswagens zu gewagt. "Ich brauche rassige Sportwagen, keine langweiligen Limousinen." Immer wieder telegrafiert er nach Deutschland, doch den Autobossen in München und Stuttgart fehlen die Ideen, aber auch die unternehmerische Weitsicht bei der Entwicklung ihrer Marken. Hoffman erkennt, dass es höchste Zeit ist, ihnen auf die Sprünge zu helfen.

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